Bildung und Schule


Etwinning – ein ungewöhnliches Hilfsmittel

Brüssel Mit dem EU-Projekt Etwinning.net ist es einfacher, internationale Partner für gemeinsame Projekte zu finden. Das Projekt verbindet Schulen aus ganz Europa miteinander. Auf der Homepage des Projektes kann man sich selbst, seine Schule und seine Ideen präsentieren und dann auf Partnersuche gehen. Oft sitzt irgendwo anders in Europa jemand, der einen ähnlichen Gedanken schon früher hatte und sich freut, den jetzt mit einem Partner gemeinsam verwirklichen zu können.

Projekte können dabei sehr unterschiedlich sein. Manch einer will mit anderen Schülern Kontakt aufnehmen, um Briefe zu schreiben und sich gegenseitig zu besuchen. Andere wollen gemeinsam europäische Weihnachtstraditionen erforschen und eine Präsentation der Ergebnisse ins Internet stellen.

Lehrer von rund 50 000 Schulen haben sich auf den Seiten von etwinning.net registriert. Allein aus dem deutschen Sprachsaum sind etwa 4000 Schulen registriert. Gemeinsam wurden seit dem Start von etwinning.net rund 12 000 Projekte durchgeführt. Alljährlich findet eine Konferenz statt. Die nächste ist im Februar 2010 in Spanien.

Natascha Kampusch berichtet über ihre Gefangenschaft

Wien / Hamburg Gemeinsam mit den Filmemachern Peter Reichard und Alina Teodorescu arbeitet Natascha Kampusch derzeit an einem Dokumentarfilm über ihre achtjährige Gefangenschaft.

Die heute 21-Jährige wurde 1998 in Wien auf dem Weg zur Schule entführt und an einen unbekannten Ort gebracht. Dort lebte sie achteinhalb Jahre lang als Haussklavin des Entführers. Ermittlungen der Polizei, die nach dem Verschwinden des Mädchens eingeleitet wurden, hatten keine Ergebnisse gebracht. Im August 2006 gelang ihr die Flucht aus dem Kellerverlies in Strasshof bei Wien. Ihr Entführer, Wolfgang Priklopil, nahm sich noch am Tag ihrer Flucht das Leben. Bereits wenige Tage nach ihrer Flucht aus dem Verlies wandte sie sich in einem Brief an die Medien und die Öffentlichkeit. In diesem Brief beschrieb sie Priklopil als einen Menschen, der sie in all der Zeit auf Händen getragen und mit Füßen getreten hätte.

Jetzt berichtet sie über ihr Martyrium und ihren Weg zurück ins Leben. Dieser Weg ist sehr schwer für sie, da sie die Schule nicht beenden konnte und acht Jahre ihrer Kindheit und Jugend in jenem Kellerverlies zugebracht hatte. Der Film darüber wird im Januar im deutschen Fernsehen zu sehen sein.

2008 hatte Natascha Kampusch ein kurzes Intermezzo im Fernsehen. In der Sendung Natascha Kampusch trifft auf dem österreichischen Sender Puls 4 traf sie Formel-1-Fahrer Niki Lauda, Filmregisseur Stefan Ruzowitzky und Schauspielerin Veronica Ferres. Nach nur drei Sendungen wurde die Ausstrahlung jedoch eingestellt.

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In der Schweiz und in Österreich ist es erlaubt

Mainz Das Zweite Deutsche Fernsehen berichtete am Dienstag in der Sendung 37 Grad über Homeschooling in Deutschland. Die Sendung zeigte ein Porträt von zwei Familien, die ihre Kinder trotzdem im Hausunterricht unterrichten.

Familie Dudek lebt mit ihren sieben Kindern auf einem Bauernhof in Süddeutschland. Rosemarie Dudek ist Musikerin. Vater Jürgen studierte Politologie und anderes. Seit zehn Jahren unterrichten sie ihre Kinder zu Hause. Der älteste Sohn Jonathan hat mittlerweile die Schule beendet. Zum Abschluss seiner Schulzeit war er ein halbes Jahr an einer regulären Realschule und schloss die Schule mit dem besten Durchschnitt der Klasse ab. Jetzt macht er eine Ausbildung als Schreiner.

Familie Neubronner aus Bremen unterrichtet die Kinder auch zu Hause. Der achtjährige Moritz hatte große Probleme in der Schule, wurde schulkrank und weigerte sich, weiter zur Schule zu gehen. Deshalb begannen die Eltern, ihn zu Hause zu unterrichten. Auch sein kleiner Bruder Thomas wollte dann zu Hauslernen. Da ihnen in Deutschland das Leben sehr schwer gemacht wird, wohnen sie große Teile des Jahres auf Gran Canaria. Dort findet auch der Unterricht statt. Aber sie wollen gern ihre Kinder in Deutschland unterrichten und streiten deswegen mit dem deutschen Staat vor Gericht.

Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, das Homeschooling nicht zulässt. In den anderen deutschsprachigen Ländern sowie in vielen anderen europäischen Staaten ist Hausunterricht dagegen erlaubt.

Schloss Emsburg sucht neue Nutzer

Salzburg In Touristenstädten wie Salzburg ist es nichts Ungewöhnliches, Schilder zu finden, auf denen steht: Zimmer frei! Damit werben Gastgeber für ihre Zimmer und Herbergen.

Ungewöhnlich jedoch ist, dass in Salzburg derzeit ein ganzes Schloss zu vergeben ist. Das 1618 erbaute Schloss Emsburg sucht einen neuen Nutzer. nachdem es 1625 Sitz einer Adelsfamilie geworden war, wurde es 1705 von seinem letzten privaten Eigentümer, dem Fürsterzbischof Johann Ernst Thun, der Kirche übergeben. Die nutzte es bis heute. Nun suchen die Nonnen des Ordens Halleiner Schwestern einen neuen Nutzer für das Schloss. Sie hatten das Schloss seit dem 2. Weltkrieg genutzt, wollen es aber jetzt abgeben.

Die Ordensschwestern beschäftigten in der Vergangenheit viele Krankenschwstern, Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen in einer Reihe von sozialen Einrichtungen in Österreich, aber auch in Bolivien und Argentinien. Heute sind sie immer noch Arbeitgeber von etwa 300 Salzburgern. Aber Geld- und Personalmangel zwingen sie jetzt zum Verlassen von Schloss Emburg.

Ob sie das Schloss vermieten oder verpachten oder gar ganz verkaufen wollen, haben die Schwetstern aber bisher noch nicht entschieden.

Studentenproteste nun auch an deutschen Hochschulen

Wien / München Seit Wochen schon protetieren die Studenten an der Universität Wien. Unter dem Motto Unis den Studis! verlangen sie Reformen an den Universitäten, um die Studienbedingungen der Studenten zu verbessern. Gleichzeitig wollen die Studenten die Studiengebühren abschaffen, die an vielen Universitäten eingeführt worden sind.

Nun haben auch deutsche Studenten begonnen, gegen die Bedingungen an ihren Hochschulen zu protestieren. In über zwanzig Städten haben Studenten Protestaktionen gestartet. In der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität haben protestierende Studenten einen Hörsaal besetzt. Die Studenten boykottieren Vorlesungen und andere Lehrverastaltungen. Das Personal der Hochschulen hat überwiegend Verständnis für die Proteste. In Tübingen allerdings liess die Universität am Donnerstagmorgen einen Hörsaal mit Hilfe der Polizei räumen.

Für nächsten Dienstag sind bundesweit Demonstrationen gegen die Bildungspolitik geplant. Dazu werden Zehntausende erwartet. Das Motto der Demonstrationen: “Education is not to sale – Bildung ist nicht zu verkaufen”.

In Österreich beschäftigt sich indes das Parlament mit den Studentenprotesten. Eine Sondersitzung des Nationalrat berät zur Zeit über die Forderungen.

Was vor drei Wochen in Wien begann, breitet sich nun über Europa aus. Laut ORF protestieren Studenten nun auch in Basel in der Schweiz. Aktionen sind in 30 europäischen Ländern geplant.

Friedrich von Schiller wurde vor 250 Jahren geboren

Marbach am Neckar Mit dem traditionellen Blumengruss gratulierten die Einwohner der kleinen Stadt Marbach dem grössten Sohn ihrer Stadt zum Geburtstag. Dazu warfen Hunderte Menschen Blumen auf das Schillerdenkmal im Zentrum der Stadt.

Denn Friedrich Schiller wurde hier am 10. November 1759 geboren. Der Schriftsteller wurde zu einem der wichtigsten deutschprachigen Autoren in der deutschen Literaturgeschichte. Bereits als Teenager begann er zu schreiben und veröffentlichte bereits mit 22 Jahren sein erstes Theaterstück Die Räuber. Dieses revolutionäre Stück brachte ihm nicht gerade die Sympathien seines Landesherren ein, denn Herzog Karl Eugen von Württemberg verwies ihn des Landes. Schiller ging zunächst nach Mannheim und später nach Jena, wo er mit 30 Jahren Professor an der Universität wurde.

Später wurde er schwer krank und ging nach Weimar. Dort traf er Goethe. Beide verband bald eine enge Freundschaft.

Sein Werk war schon damals bekannt, und er erhielt einige Auszeichnungen . So wurde er 1802 in den Adelsstand erhoben. Er und alle seine Nachfahren durften in Zukunft den Namen “von Schiller” tragen. 1805 jedoch verstarb er in Weimar an Tuberkulose. Er hinterliess ein riesiges literarisches Erbe, unter anderem die Ode an die Freude, ein Gedicht, das 1985 zur Hymne der EU erklärt wurde. Die Musik dazu schrieb der deutsche Komponist Ludwig van Beethoven, ein Zeitgenosse Schillers.

2005 drehte die ARD einen Film über den Dichter mit Matthias Schweighöfer in der Titelrolle.

Erste Abiturprüfung an Waldorfschule in Namibia

Windhoek Namibia ist seit 1990 ein unabhängiges Land. Etwas jünger ist die Waldorfschule in Windhoek, der namibischen Hauptstadt. Die Schule ist dreisprachig. Es wird in Englisch, Deutsch und Afrikaans unterrichtet. Aber auch afrikanische Sprachen wie Oshiwambo werden gelehrt. In der Unterstufe ist Deutsch Hauptunterrichtssprache. Später, in der Mittel- und Oberstufe, ist es Englisch.

Nun haben die ersten Schüler der Schule erfolgreich das Matrik abgelegt. Das Matrik entspricht dem deutschen Abitur und der österreichischen Matura. Man lernt 13 Jahre und ist dann soweit ausgebildet, dass man ein Studium an der Hochschule oder Universität beginnen kann. Die stolzen Abiturienten haben jetzt ihre Prüfungen abgelegt. Die Resultate erfahren sie aber erst im Dezember, und zwar aus der Zeitung. Aber Andreas Lühl, Ume Goldbeck und   Zeromski Louw glauben, es geschafft zu haben.

Bis sie die Resultate erfahren ist noch Zeit für Praktika und natürlich die Abschlussklassenfahrt nach Caprivi.

Hochschulranking – eine Hilfe für Studienanfänger

Gütersloh Das deutsche Centrum für Hochschulentwicklung hat seinen Sitz im westfälischen Gütersloh. Einmal jährlich untersucht dieses Centrum die deutschen Hochschulen und bestimmt, welchen Platz eine Hochschule in einem nationalen Hochschulranking einnimmt. Auf der Homepage der Zeitung DIE Zeit kann man nachlesen, an welcher Hochschule man am besten studiert.

Will man untersuchen, welche Hochschule am besten geeignet ist, kann man auf dieser Homepage ein bestimmtes Fach, zum Beispiel Germanistik, eingeben und findet dann auf der nächsten Seite Informationen dazu, wie die Bedingungen an den verschiedenen Hochschulen und Universitäten sind, die dieses Fach anbieten.

Im Fach Germanistik ermittelte das Ranking, das die Universität von Augsburg die besten Studienbedingungen anbietet. Am schlechtesten sind die Bedingungen an der Universität Salzburg. Die Uni in Salzburg bietet dagegen etwas an, was viele Universitäten im deutschsprachigen Raum nicht mehr anbieten, nämlich Hochschulsport.

Wer sich aber für Informatik interessiert und in Deutschland studieren will, sollte sich an der TU Braunschweig oder den Fachhochschulen in Aalen, Aschaffenburg, Wolfenbüttel oder Düsseldorf einschreiben.

Maximilian Baritz beginnt sein Studium

Ortenberg (Baden) Wenn Maximilian Baritz mit seinen Eltern im chinesischen Restaurant essen geht, bestellt er das Essen. Und das macht er auf Chinesisch, einer der kompliziertesten Sprachen der Welt. Diese Sprache und vier weitere spricht er fließend. Außerdem berät er per Internet große Fimen über Sicherheitslücken in ihren Internetsystemen. Wie nebenbei hat er im Sommer sein Abitur gemacht und damit seine Schulzeit vorzeitig beendet.

“Die Schule wollte ich so schnell wie möglich hinter mich bringen. Ich war immer unterfordert, und die Mitschüler ärgerten mich”, sagte er im ZDF.

Im Herbst wurde er nun an einer deutschen Hochschule als jüngster Student immatrikuliert. Doch er wird wohl auch in Zukunft die Zeit finden, auch seine Musik zu machen. Er spielt Saxophon und hat an verschiedenen internationalen Wettbewerben teilgenommen und viele Preise gewonnen. Darüber hinaus hat er einige CDs eingespielt.

Am 13. November wird der jüngste deutsche Student 16.

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