Einfache Konversation


In den späten neunziger Jahren war Christian Wunderlich ein viel beachtetes junges Talent. Jetzt ist er in der Fernsehserie Nesthocker erneut zu sehen.

Am Ende der neunziger Jahre war Christian Wunderlich der Lieblings-Teenager der Nation. Der Schauspieler und Sänger, der inzwischen auch schon dreissig Jahe alt ist, spielte damals in verschiedenen Fernsehserien. Von 1995 bis 1999 stellte er in Verbotene Liebe einen Jugendlichen in der Pubertät dar. In Nesthocker – Famile zu verschenken spielte er dann einen Jungen, der gerade erwachsen geworden ist.

Er verkörperte in seinen Rollen das Lebensgefühl der jungen Männer. Neben seiner Schauspielerkarriere war er auch ein erfolgreicher Popsänger und sorgte für volle Arenen. Insbesondere die jungen Mädchen umschwärmen ihn bis heute.

Mit den Jahren wurde es ruhiger um Christian Wunderlich, der nur noch selten als Schauspieler arbeitete. Auch seine Sängerkarriere scheint beendet zu sein. Zeitungen spekulieren darüber, was Christian Wunderlich heute macht.
Doch seit einigen Wochen ist er nun wieder im Fernsehen zu sehen, in der Fernsehserie Nesthocker von 1999, die derzeit im ZDF wieder ausgestrahlt wird, immer sonntags, wenn nicht gerade Wintersport gezeigt wird.

Zwei Jungstars des deutschen Fernsehens: Felicitas Woll und Christian Wunderlich in „Nesthocker – Familie zu verschenken“ (1999-2001)


Christian Wunderlich in der Serie „Schmetterlinge im Bauch“ (2006/2007)

Ute und Uwe Lehmann sind Zwillinge. Sie gehen in die neunte Klasse der Pestalozzischule in Hamburg. Am Sonntagmorgen saßen sie am Frühstückstisch und schauten verschlafen aus dem Fenster. Es war noch dunkel.

Ute: Komisch, gestern um diese Zeit war es schon hell…!

Uwe: Ja, das stimmt. Aber gestern war noch Winterzeit. Heute nacht wurden die Uhren umgestellt.

Ute: Wurden sie vor- oder zurückgestellt?

Uwe: Sie wurden zurückgestellt. Deshalb ist es ja noch dunkel draußen.

Ute: Achso! Aber das Wetter wird wohl schön werden heute. Es sind keine Wolken am Himmel zu sehen. Ist es eigentlich kalt draußen?

Uwe: Das wirst du gleich sehen! Wir müssen nämlich los! Wir wollten doch einen Ausflug ans Meer machen! Komm, beeil dich!

Am nächsten Morgen saßen sie wieder am Frühstückstisch. Wieder waren sie etwas verschlafen.

Uwe: Gott, wie dunkel ist es da draußen!

Ute: Ja, du hast recht. Es ist richtig gespenstig. Aber es ist ja nicht nur dunkel…

Uwe: …sondern auch neblig! So richtig dicke Tinte!

Ute: So eine Waschküche habe ich lange nicht gesehen!

Uwe: Da müssen wir wohl noch etwas früher losgehen zur Schule.

Ute: Ja, wer weiss, ob wir bei diesem Wetter die Bushaltestelle finden!

Am dritten Tag saßen die Zwillinge wieder am Frühstückstisch und schauten wiederum verschlafen aus dem Fenster. Plötzlich sind sie jedoch hellwach.

Uwe: Mein Gott, was für ein Wetter: Vorgestern scheint die Sonne, gestern war es neblig wie in der Waschküche und heute…

Ute: …ein Regen wie bei der Sintflut!

Uwe: Mein Gott, wie das regnet! Wie aus Eimern!

Ute: Ja, das schüttet ja regelrecht! Ich glaube, wir müssen heute ein Boot zur Schule nehmen.

Uwe: Na, hoffentlich müssen wir nicht morgen die Skier wieder aus dem Keller holen, um zur Schule zu kommen. Es ist schließlich April! Vielleicht schneit es ja heute Nacht.

Ute: Jaja, April, April, der weiß nicht, was er will!

Uwe: Apropos April: Du hast da einen Fleck auf der Bluse.

Ute: Wo?

Uwe: April, April!

Ute: Hast du mich schon wieder in den April geschickt! Du schaffst das jedes Jahr! Aber warte nur: Der Tag ist noch lang! Aber jetzt müssen wir los zur Schule! Frau Schulze mag es nicht, wenn man zu spät kommt, und das ist kein Aprilscherz!

Heute möchte ich über eine Reise erzählen, die mein Freund Oliver in den Winterferien gemacht hat. Er war mit der MS Deutschland, einem grossen Kreuzfahrtschiff, unterwegs. Auf dem Schiff hat er geheiratet. Diese Reise war also seine Hochzeitsreise.

Oliver und seine Frau Claudia reisten mit der „Deutschland“ nach Chile. Dort machten sie Ausflüge. Sie sind zu den grossen Gletschern im Süden gefahren und in der Atacamawüste gewandert. Am Schluss der Reise waren sie auch noch auf den Osterinseln. Auf den Ausflügen habe sie auch traditionelle Volkstänze gesehen und chilenische Musik gehört. Abends nach den Ausflügen haben sie viel getanzt und im Restaurant an Bord gegessen. Manchmal waren sie auch im Bordkino und haben einen guten Film gesehen oder sind einfach an Bord spazieren gegangen und haben mit den Leuten geplaudert.

Oliver hat auf seiner Reise ein paar Bilder gemacht und ins Netz gestellt. Es gibt im Internet auch noch mehr über Olivers und Claudias Hochzeitsreise zu finden.

 Gesucht wird folgende Person:

  • Wie heißt der Gesuchte? Der Gesuchte heißt … wir sagen es nicht.

  • Wann und wo wurde er geboren? Er wurde 1964 in Magdeburg geboren.

  • Wo wohnt der Gesuchte? Er wohnt in Lund / Südschweden.

  • Welche Haarfarbe hat er? Seine Haare sind schwarz und ein bisschen grau. Sie sind lockig.

  • Was ist sein Beruf? Er ist Lehrer, Übersetzer und Reiseleiter.

  • Ist der Gesuchte verheirate? Er ist verheiratet und hat sieben Kinder.

  • Was sind seine Hobbys? Seine Hobbys sind Radfahren, Lesen, Schreiben, Reisen und seine Kinder.

  • Spricht der Gesuchte Fremdsprachen? Er spricht fließend Deutsch, Russisch und Schwedisch sowie etwas Englisch.

  • Wohin möchte der Gesuchte gern reisen? Er möchte gern nach Prag, Portugal, Moskau und Jerusalem reisen.

  • Was isst er am liebsten? Er isst alles gern, besonders Marzipan und Bratkartoffeln. Und er trinkt gern Kaffee.

  • Wer ist sein Lieblingsautor? Er liebt die Bücher des kirgisischen Schriftstellers Tschingis Aitmatow.

  • Was ist seine Lieblingsmusik? Er hört gern Klesmermusik.

  • Hat der Gesuchte ein Lieblingstier? Er hätte gern einen Hund.

  • Hat er eine Lieblingsfarbe? Ja, seine Lieblingsfarbe ist Gelb.

  • Was mag der Gesuchte nicht? Er mag keine Lügen und keine Fliegen.

  • Wer wäre er gern, wenn er nicht er wäre? Er wäre vielleicht gern d’Artagnan, der Heilige Sebastian oder König David.

Wenn Ihr diese Person trefft, gebt bitte Eure eigenen persönlichen Angaben bei dieser Person ab.

Das Haus lag in der Schuhmachergasse, einer kleinen Straße neben dem Martinsmarkt. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie das Haus aussah.Ich weiß nur noch, dass man es über einen Hof erreichte, auf dem ein kleiner Baum in der Mitte stand. Der Hof war ständig voller Fahrräder, mit denen die Schüler zur Schule kamen. Gegenüber des Tores, durch das man in den Hof hinein kam, befand sich eine große Fensterfront, wohinter sich Klassenzimmer verbargen. Aber der Schein trog. Man erreichte diese Räume nicht auf dem geraden Wege. Man musste durch einen gläsernen Umgang auf der linken Seite des Hofes in das Haus hinein gehen, dann durch einige Klassenräume hindurch. Erst dann kam man in die Räume, die dem Tor direkt gegenüber lagen. Manche behaupteten, es gäbe auch einen kürzeren Weg, aber ich fand ihn nicht in all den Jahren, die ich an dieser Schule arbeitete.

Aber an einen Tag Anfang November kann ich mich gut erinnern. Es muss zu Beginn des Jahrhunderts gewesen sein. 50, 55 Jahre sind seither ins Land gezogen. An jenem Tag traf sich eine Gruppe von jungen Leuten in den Räumen der Schule.

„Hier muss etwas passieren! In den nächsten Wochen muss etwas passieren!“

Der das sagte, hieß Rune, und er zog dabei ein durchaus ernstes Gesicht. Rune war ein unverbesserlicher Optimist: „Wenn wir jetzt etwas tun, wird es uns allen besser gehen!“

Etwas zögernd, aber doch überzeugt von der Richtigkeit der Worte Runes, antwortete Sannah:

„Ja, du hast Recht! Wir müssen etwas tun! Wir müssen den Leuten zeigen, dass wir auch jemand sind! Aber wie?“

Da schaltete sich Steffen ins Gespräch ein. Steffen war Ausländer, aber er beherrschte die Sprache fast perfekt, und was er sagte, hatte Gewicht in der Runde. Er meinte:

„Lasst uns ein Fest organisieren, ein Fest, dass nichts zu wünschen übrig lässt, ein Fest, bei dem wir allen zeigen: Hej, Leute, hier sind wir! Wir wollen das so machen, wie wir das wollen! Wir hören nicht mehr auf Euch! Wir wollen mitbestimmen und uns nicht von irgendwem unterdrücken lassen! Nie und niemals!!!“ Indem er das sagte, wurde er immer lauter und engagierter. Man meinte, er stünde auf einem großen Platz und hielt eine Rede vor Tausenden von Menschen, aber die Zeiten großer Wahlkämpfe waren lange vorbei. Solche Versammlungen gab es nicht mehr. Die Leute waren zu sehr mit sich und ihren elektronischen Geräten beschäftigt. Man redete nur noch über das Handy miteinander, wenn man etwas schrieb, dann war es ein Blogg, den gleich Tausende Leute lasen, aber kaum jemand verstand. In den letzten Jahren hatte man nämlich in der Schule nur noch gelernt, mit dem Internet umzugehen. Aber kaum jemand konnte noch wirklich mit seinem Nachbarn reden. Und wer war überhaupt dieser Nachbar? Keiner wusste es.

Auch Rune, Sannah und Steffen wussten es nicht, aber so sollte es nicht bleiben. Sie wollten die Welt verändern, manche würden ihnen vorwerfen, sie würden das Rad der Geschichte zurück drehen wollen. Aber das war das Letzte, was sie wollten. Sie wollten einfach nur ausbrechen aus dieser dumpfen Sprachlosigkeit, die das Land heimgesucht hatte.

„Ja! Recht hast du!“ stimmten Rune und Sannah zu, „Aber wie sollen wir das tun?“

Sie grübelten noch lange und feilten an den Worten einer Einladung, sie wählten Worte, die längst niemand mehr anwendete, die aus der Mode gekommen waren. Dann schickten sie die Einladung raus – über Steffens Blogg. Sie fühlten sich dabei nicht wohl, dachten aber doch, dass der Zweck die Mittel heiligen würde, denn nur über den Blogg würden sie die vielen Menschen erreichen, die sie erreichen wollten.

Die Einladung las sich folgendermaßen:

 Willkommen zur Party!!

Jetzt haben wir soviel Deutsch gelernt, dass wir es sprechen können, sogar wenn Party ist, glauben wir. Möchtet Ihr uns überprüfen?

Dann könnt Ihr zu unserer Deutschparty kommen!

Wann: am Dienstag, dem 27. November, 18 Uhr

Wo: Volksuniversität in Lund

Wie: Mitbringparty (Jeder bringt etwas zu essen und zu trinken mit.)

Auf gut Schwedisch: Wir machen eine Knytkalas!

Wir hoffen, dass wir mit vielen Leuten feiern werden können.

/die Deutschsprecher vom Kurs B1

Nun sind schon einige Wochen in diesem Herbst vergangen. Das Laub fällt von den Bäumen und der Winter kündigt sich an mit den ersten richtig kalten Tagen, wolkenverhangenem Himmel und Regen. Bald ist es November.

Zeit für eine Einladung zu einem kleinen Deutschfest in Lund, wie wir es uns in der letzten Woche überlegt hatten. Wann genau wissen wir noch nicht, wie genau wissen wir auch noch nicht. Irgendwann im Dezember wollten wir uns treffen, miteinander klönen (also plaudern, quatschen, reden), gemeinsam etwas Gutes essen und vielleicht ein Bierchen zusammen trinken. Eine Idee war, dass wir uns im „Rauhrackel“ treffen könnten, der österreichischen Kneipe in Lund. Eine andere Idee war, dass wir eine Mitbringparty machen könnten – ja, so heisst eine Knytkalas laut Wörterbuch auf Deutsch. (Bei Wikipedia, einer guten Hilfe, wenn es um Übersetzungen geht, kommen wir ausgehend vom schwedischen knytkalas über das englische potluck zu einem deutschen Potluck, einem Begriff, der aber genauso wenig im Deutschen zu Hause ist wie die direkte Übersetzung aus dem Schwedischen, Mitbringparty. Vielleicht sollten wir das Wort knytkalas, die Knytkalas, als neues schwedisches Lehnwort ins Deutsche übernehmen. Wir können ja mal einen Vorschlag an die Akademie der deutschen Sprache machen.)

Wie auch immer: Einen Abend Anfang Dezember solltet Ihr unbedingt vormerken für einen deutschen Abend, der zugleich der Abschluss des Herbstsemesters, aber auch der Beginn des Frühjahrssemesters sein könnte. Zum guten Essen und dem Bierchen dazu gibt es dann natürlich auch ein bisschen Deutsch, eine kleine Lesung vielleicht – Kurt Tucholsky ist noch offen, ein bisschen Musik, von den Brandenburgischen Konzerten bis zu Tokio Hotel, vielleicht.

Ganz bestimmt aber gibt es viel Spass – und garantiert keinen Weihnachtsbaum!

Also vormerken!