Geschichte Deutschlands


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Neuer Film über die Wende

Das Jubiläumsjahr geht zu Ende. Doch der Mauerfall bleibt aktuell, zumindest auf der Kinoleinwand. Mit dem Film Friendhip! kommt Anfang 2010 wieder ein neuer Film zu Wende und Mauerfall in die Kinos.

In diesem Film spielen Friedrich Mücke und Matthias Schweighöfer die Jugendlichen Veit und Tom. Die Handlung des Filmes spielt im Jahre 1989. Veit will für das Begrüßungsgeld, das er bekommt, wenn er nach Westdeutschland fährt, eine große Reise machen. Er will nach San Francisco fahren, dem westlichsten Punkt der Erde. Das sagt er jedenfalls. Sein Freund Tom findet die Idee toll und will unbedingt mitkommen. Was Tom aber nicht weiß, ist, dass Veitnach Amerika fahren will, um seinen Vater zu suchen, der dorthin ausgewandert ist, als Veit noch ein kleines Kind war.

Sie machen sich dennoch auf den weiten Weg und erleben natürlich allerlei Abenteuer in der, im doppelten Sinne, Neuen Welt. Zum Kinostart kann man jetzt schon an einem Gewinnspiel teilnehmen, das von der Magdeburger Firma Röstfein Kaffee gesponsert wird, und unter anderem eine Reise in die Stadt der Cable Cars gewinnen.

Roman Polanski immer noch in der Schweiz

Gstaad Der weltbekannte Starregisseur Roman Polanski sitzt immer noch in der Schweiz fest. Er war Ende September in der Schweiz angekommen, um einen Preis entgegen zu nehmen, wurde aber am Flughafen festgenommen. Seither sitzt er im Gefängnis in der Schweiz. Man wirft ihm vor, vor über 30 Jahren in den USA ein Mädchen missbraucht zu haben. Bereits damals gab es in Kalifornien eine Gerichtsverhandlung. Er wurde verurteilt und später wieder aus dem Gefängnis entlassen. Nun soll ihm in den USA erneut der Prozess gemacht werden.

In der Schweiz soll er nun allerdings gegen eine Kaution in Höhe von mehreren Millionen Euro aus dem Gefängnis entlassen werden. Er darf aber die Schweiz nicht verlassen, sondern muss sich in seinem Haus in Gstaad im Berner Oberland aufhalten. Bis zur endgültigen Entscheidung über die Auslieferung des 76-Jährigen wird er jedoch mit elektronischen Fußfesseln in seinem Haus leben müssen.

Polanski, der 1933 unter dem Namen Rajmund Roman Liebling in Paris geboren wurde, stammte aus einer polnisch-jüdischen Familie, die in Frankreich lebte, aber gegen Ende der dreißiger Jahre nach Polen zurückgekehrt war. Dort wurden sie vom Einmarsch der Deutschen 1939 überrascht und später ins KZ verschleppt. Seine Mutter wurde im KZ Auschwitz ermordet, sein Vater überlebte das KZ Mauthausen. Er selbst konnte aus dem Krakauer Ghetto fliehen und überlebte in einer polnischen Familie.

Oskar Lafontaine ist an Krebs erkrankt

Berlin Der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine ist an Krebs erkrankt. Das gab er selbst vor wenigen Tagen bekannt. Schon kurz nach der letzten Bundetagswahl verzichtete er auf den Posten des Fraktionsvorsitzenden seiner Partei Die Linken im Bundestag.

Der 1943 im Saarland geborene Lafontaine gilt als Enfant terrible der deutschen Politik. Er machte zunächst eine steile Karriere innerhalb der Sozialdemokratischen Partei. 1974bis 1985 war er Bürgermeister von Saarbrücken. Danach war er bis 1998 Ministerpräsident des Saarlandes.

Im ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlkampf 1990 war er der sozialdemokratische Kanzlerkandidat, verlor aber die Wahl gegen Helmut Kohl. Während des Wahlkampfes attackierte ihn eine Frau mit einem Messer. Er wurde lebensgefährlich verletzt, überlebte aber das Attentat. 1995 wurde er Vorsitzender der SPD und nach der gewonnenen Bundestagswahl 1998 Finanzminister in der sozialdemokratischen Bundesregierung von Kanzler Gerhard Schröder. Damit war er auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen.

Aber Lafontaine wäre nicht Lafontaine, wenn er nicht ein streitbarer Mann wäre. So wandte er sich bereits 1979 gegen den NATO-Beschluss zur Aufrüstung in Westeuropa. 1990 vertrat er einen Kurs der langsamen Vereinigung der beiden deutschen Staaten, der dazu führen sollte, dass das Gute aus beiden deutschen Staaten in ein vereinigtes Deutschland einfließen sollte. Und im Amt des Bundesfinanzministers wandte er sich gegen die Politik seines eigenen Kanzlers und trat bereits ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt von diesem Amt zurück. Gleichzeitig trat er auch als Vorsitzender der SPD zurück.

2005 trat er dann aus der SPD aus und gründete eine neue politische Gruppierung, die sich 2007 mit der ostdeutschen PDS zusammenschloss. Seitdem ist er einer der Vorsitzenden der Partei Die Linke.

Nun hat er bekannt gemacht, dass er an Krebs erkrankt ist. Wie seine politische Karriere jetzt weiter gehen soll, will er im Januar entscheiden.

Doppeltes Sandmännchen im Kalten Krieg

Berlin Das Sandmännchen ist eine Figur, die den Kindern am Abend Gute-Nacht-Geschichten erzählt. Die Figur des Sandmännchens ist seit Jahrhunderten bekannt. Literaten wie E.T.A. Hoffmann oder Hans Christian Andersen haben das Motiv eines solchen Sandmannes verwendet.

Aber 1959 kam der Sandmann auch ins Fernsehen und startete seine TV-Karriere. Damals hatte Ilse Obrig, eine Berliner Radiomacherin, die Idee, dass man einen Sandmann für das Fernsehen produzieren könnte und der Sender Freies Berlin (SFB), der in Westberlin arbeitete, nahm diese Idee auf. Davon erfuhren die Fernsehmacher aus Ostberlin und kamen dem Sender zuvor. Am 22. November 1959 kam beim Deutschen Fernsehfunk (DFF), dem noch sehr jungen Fernsehsender der DDR, ein Sandmännchen auf Sendung, das viele Generationen von DDR-Bürgern begleitete. Wenige Tage später begann auch der SFB mit der Ausstrahlung seines Sandmännchens. Ilse Obrig ist übrigens die Mutter beider Sandmänner, denn sie hatte im Osten gearbeitet, bevor sie 1958 in den Westen ging. In Ostberlin hatte sie einen Sandmann für das Radio produziert.

Seit der Wende 1989 ist das Sandmännchen eine der wenigen Sendungen des ostdeutschen DFF, die bis heute weiterhin ausgestarhlt werden.

Trabantausstellung im Deutschen Verkehrsmuseum

München Plastikbomber, Carton de la Pappe, Volkswagen der DDR – das alles sind Namen, mit denen man eines der bekanntesten Markenzeichen der DDR benannt hat, den Kleinwagen Trabant. Von 1557 bis 1991 wurden über 3 Millionen dieser Wagen in den Autowerken in der sächsischen Stadt Zwickau hergestellt. Dann kam das Aus. Aber bis heute rollen immer noch etwa 50 000 Trabanten auf den Straßen Deutschlands. Der bekannteste unter den Trabanten ist der Trabant 601, der seit 1964 gebaut wurde. Über 2 Millionen Wagen dieses Typs wurden hergestellt.

Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums München erinnert jetzt eine Ausstellung von Fotos des niederländischen Fotigrafen Martin Roemers an die letzten Tage der Trabant-Produktion in Zwickau. Er war damals vor Ort und hat die Ereignisse im Bild festgehalten.

Die Ausstellung auf der Münchner Theresienhöhe ist seit dem 6. November zu sehen. Sie schließt am 10. Januar 2010.

Buß- und Bettag in Deutschland

Dresden Am Mittwoch wird in Deutschland der Buß- und Bettag gefeiert. Er wurde seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Teilen Nord- und Mitteldeutschlands begangen. Seit 1994 ist er allerdings nur noch im Freistaat Sachsen ein gesetzlicher Feiertag, an dem Schulen und Geschäfte geschlossen sind und die Menschen arbeitsfrei haben. In anderen Bundesländern ist es ein gesetzlich geschützter Tag. Das bedeutet, dass jemand, der den Tag begehen will, auch frei nehmen kann.

Der Buß- und Bettag hat eine sehr lange Tradition. Er ist ein religiöser Feiertag, an dem man Buße tun und beten kann, ein Tag also, den gläubige Christen feiern, um sich mit Gott zu versöhnen. Auch in anderen Religionen gibt es solche Bettage, wie zum Beispiel im Judentum den Versöhnungstag Jom Kippur. In Deutschland wurden Bettage seit dem Mittelalter gefeiert. Dabei lagen die Termine für diese Bettage sehr unterschiedlich, da Deutschland ja über Jahrhunderte hinweg kein einheitlicher Staat war, sondern in viele kleinere und größere Staaten unterteilt war.

1893 wurde dann der letzte Mittwoch im Kirchenjahr als Buß- und Bettag festgelegt. Durch das Reichsfeiertagsgesetz von 1934 wurde dieser Tag dann als offizieller Feiertag im gesamten Deutschen Reich eingeführt. Nach dem Krieg wurde er im Osten Deutschlands wieder abgeschafft. Auch im Westen Deutschlands wurde immer mehr åber diesen Tag nachgedacht. Und seit 1994 ist er nun nur noch in Sachsen ein offizieller Feiertag. Dort hatte man ihn erst 1990 wieder neu eingeführt.

Für die meisten Menschen allerdings ist es ein Tag, an dem man einfach mal mitten in der Woche frei hat, ein Tag zum Ausschlafen und Erholen oder um all das zu erledigen, was man sonst nicht schafft.

SPD hat neuen Vorsitzenden

Dresden Bei ihrem Parteitag in Dresden hat die Sozialdemokratische Partei Deutschlands wieder einen neuen Vorsitzenden gewählt. Nach Franz Müntefering wird nun Sigmar Gabriel der 12. Vorsitzende der Partei seit 1990. Die SPD ist die älteste Partei Deutschlands. Sie wurde bereits 1875 in Gotha gegründet. In dieser 134-jährigen Geschichte war die Partei auch viele Jahre an der Regierung in Deutschland. Bei den letzten Wahlen im September 2009 allerdings bekamen die Sozialdemokraten weniger Stimmen als man erwartet hatte. Sie schied aus der Regierung von Bundeskanzlerin Merkel aus.

Sigmar Gabriel tritt ein schweres Erbe an. Der 50-Jährige aus Niedersachsen muss seine Partei wieder zusammen führen. In den letzten Jahren hatte sich die Führung der Partei von ihren Mitgliedern weg entwickelt. Das soll jetzt wieder anders werden.

Um das zu schaffen, hat man dem neuen Parteivorsitzenden auch eine neue Generalsekretärin an die Seite gestellt, Andrea Nahles. Sie ist 39 Jahre alt und kommt aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz, wo sie auch heute noch auf dem Bauernhof ihrer Familie lebt.

Vor 91 Jahren dankte der letzte deutsche Kaiser ab

Berlin November  1918. Am Ende des Ersten Weltkrieges versinkt Deutschland im Chaos der Revolution. Am 9. November erklärt der Reichskanzler des Deutschen Reiches, Max von Baden, dass der Kaiser zurückgetreten sei. Daraufhin riefen gleich zwei Revolutionäre in Berlin die Republik aus. Der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann rief vom Balkon des Reichstages aus die Republik aus. Wenige Stunden später machte der Kommunist Karl Liebknecht das selbe vom Balkon des Stadtschlosses aus.

Kaiser Wilhem II. indes war gar nicht in Berlin. Er war in Spa in Belgien an der Westfront des Krieges. Als er hörte, dass sein eigener Reichskanzler seinen Rücktritt erklärt hatte, flüchtete er in die Niederlande.

Dort lebte er bis zu seinem Tode im Jahre 1941. Nachfahren des Kaisers besitzen bis heute die Stammburg Hohenzollern in Baden-Württemberg und andere Schlösser der Adelsfamilie Hohenzollern.

Durch den Rücktritt des Kaisers wurde Deutschland Republik.

Der Fernsehfilm der Woche

Mainz Der Fernsehfilm der Woche stand in dieser Woche natürlich ganz im Zeichen des 20. Jahrestages des Mauerfalls. So zeigte das ZDF am Montag den Film Das Wunder von Berlin.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der junge Marko, brilliant gespielt von Kostja Ullmann. Der ist ein junger Rebell, mach mit einer Band zusammen Musik, die bei den DDR-Oberen nicht gut ankommt. Er und seine Freunde werden von der Polizei festgenommen.

Das Pikante dabei: Sein Vater ist einer der Offiziere. Sein Grossvater aber war noch Soldat der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

In diesem Spannungsfeld wird die Geschichte des 18-Jährigen erzählt. Die Handlung spielt sich in den letzten 18 Monaten vor dem Mauerfall ab und zeigt deutlich die Entwicklung in der DDR, aber auch die Konflikte, die mit dieser Entwicklung verbunden waren.

Ein Film, den man sehen muss, um zu verstehen, was wirklich geschah in den letzten Monaten der DDR.

Noch bis zum 16. November ist der Film online in der ZDF-Mediathek zu sehen.

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