1870-1918 Kaiserreich


Vor 91 Jahren dankte der letzte deutsche Kaiser ab

Berlin November  1918. Am Ende des Ersten Weltkrieges versinkt Deutschland im Chaos der Revolution. Am 9. November erklärt der Reichskanzler des Deutschen Reiches, Max von Baden, dass der Kaiser zurückgetreten sei. Daraufhin riefen gleich zwei Revolutionäre in Berlin die Republik aus. Der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann rief vom Balkon des Reichstages aus die Republik aus. Wenige Stunden später machte der Kommunist Karl Liebknecht das selbe vom Balkon des Stadtschlosses aus.

Kaiser Wilhem II. indes war gar nicht in Berlin. Er war in Spa in Belgien an der Westfront des Krieges. Als er hörte, dass sein eigener Reichskanzler seinen Rücktritt erklärt hatte, flüchtete er in die Niederlande.

Dort lebte er bis zu seinem Tode im Jahre 1941. Nachfahren des Kaisers besitzen bis heute die Stammburg Hohenzollern in Baden-Württemberg und andere Schlösser der Adelsfamilie Hohenzollern.

Durch den Rücktritt des Kaisers wurde Deutschland Republik.

“Warum wurde der 9. November nicht deutscher Nationalfeiertag?”, werde ich oft gefragt. Und meine Antwort darauf ist: “Na, weil es nix zu feiern gibt.” Und diese Antwort stimmt ja sicherlich nicht ganz, aber der 9. November ist ein Tag in der deutschen Geschichte, an dem allein im 20. Jahrhundert sehr viele wichtige Ereignisse geschehen sind, von denen die meisten, weiss Gott, keinen Grund zum Feiern bieten:

Ein Nationaler Gedenktag wäre möglicherweise die richtige Art und Weise, diesen Tag zu begehen und in seinen historischen Kontext zu bringen. Es ist jedenfalls ein Tag, der niemals spurlos an uns vorüber zieht.

Der Fall der Berliner Mauer war dem heute-Journal des ZDF übrigens ein Zwischenruf von Günter Schabowski wert, desjenigen Herrn, der bei der denkwürdigen Pressekonferenz am 9. November 1989 in Berlin den Stein ins Rollen gebracht hat.

Dem 68. Jahrestag der Kristallnacht indes, die den Massenmord an den Juden Europas einleitete, würdigte dieselbe Sendung mit keinem Wort. Stattdessen ein Bericht über Entschädigungsforderungen für Überlebende des Holocaust, die ein israelischer Minister an die Adresse Deutschlands stellte.

Aber dennoch bleibt zu hoffen, dass Deutschland ein anderes ist als 1938, mit seinen insgesamt 17 Millionen ausländischen Mitbürgern, denen das ZDF eine ganze Woche voller Sendungen und nun auch eine Online-Dokumentation gewidmet hat.

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