1918-1933 Weimarer Republik


Ein deutsches Datum

Berlin Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Damit wurde ein neues Kapitel der deutschen und europäischen Geschichte aufgeschlagen. Der 20. Jahrestag dieses Ereignisses wird derzeit in Deutschland intensiv gefeiert. Dazu sind viele internationale Gäste in Berlin, unter anderem die ehemaligen Präsidenten der USA und der Sowjetunion, George Bush Sr. und Michail Gorbatschow, die damals eine wichtige Rolle spielten.

Aber der 9. November ist nicht nur ein Freudentag für die Deutschen. Im 20. Jahrhundert war dieser Tag desöfteren ein Tag, an dem wichtige Ereignisse geschahen.

Am 9. November 1918 wurde in Berlin die Republik ausgerufen. Das war der Höhepunkt der Novemberrevolution in Deutschland. Seitdem ist Deutschland Republik.

Fünf Jahre später versuchte Hitler, sich in München an die Macht zu putschen Diesem Putschversuch waren turbolente politische Ereignisse in Deutschland vorausgegangen.

1938 war Hitler dann an der Macht in Deutschland. Eines seiner Ziele war  die Verfolgung der Juden. Die Kristallnacht am 9. November 1938 wurde der Auftakt des Massenmordes an Juden in Europa.

Nach dem Fall der Mauer 1989 wollte man diesen Tag zum deutschen Nationalfeiertag machen. Man entschied sich dann aber für den 3. Oktober, den Tag, an dem die deutsche Einheit ein Jahr später vollzogen wurde.

“Warum wurde der 9. November nicht deutscher Nationalfeiertag?”, werde ich oft gefragt. Und meine Antwort darauf ist: “Na, weil es nix zu feiern gibt.” Und diese Antwort stimmt ja sicherlich nicht ganz, aber der 9. November ist ein Tag in der deutschen Geschichte, an dem allein im 20. Jahrhundert sehr viele wichtige Ereignisse geschehen sind, von denen die meisten, weiss Gott, keinen Grund zum Feiern bieten:

Ein Nationaler Gedenktag wäre möglicherweise die richtige Art und Weise, diesen Tag zu begehen und in seinen historischen Kontext zu bringen. Es ist jedenfalls ein Tag, der niemals spurlos an uns vorüber zieht.

Der Fall der Berliner Mauer war dem heute-Journal des ZDF übrigens ein Zwischenruf von Günter Schabowski wert, desjenigen Herrn, der bei der denkwürdigen Pressekonferenz am 9. November 1989 in Berlin den Stein ins Rollen gebracht hat.

Dem 68. Jahrestag der Kristallnacht indes, die den Massenmord an den Juden Europas einleitete, würdigte dieselbe Sendung mit keinem Wort. Stattdessen ein Bericht über Entschädigungsforderungen für Überlebende des Holocaust, die ein israelischer Minister an die Adresse Deutschlands stellte.

Aber dennoch bleibt zu hoffen, dass Deutschland ein anderes ist als 1938, mit seinen insgesamt 17 Millionen ausländischen Mitbürgern, denen das ZDF eine ganze Woche voller Sendungen und nun auch eine Online-Dokumentation gewidmet hat.

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