Oskar Lafontaine ist an Krebs erkrankt
Berlin Der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine ist an Krebs erkrankt. Das gab er selbst vor wenigen Tagen bekannt. Schon kurz nach der letzten Bundetagswahl verzichtete er auf den Posten des Fraktionsvorsitzenden seiner Partei Die Linken im Bundestag.
Der 1943 im Saarland geborene Lafontaine gilt als Enfant terrible der deutschen Politik. Er machte zunächst eine steile Karriere innerhalb der Sozialdemokratischen Partei. 1974bis 1985 war er Bürgermeister von Saarbrücken. Danach war er bis 1998 Ministerpräsident des Saarlandes.
Im ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlkampf 1990 war er der sozialdemokratische Kanzlerkandidat, verlor aber die Wahl gegen Helmut Kohl. Während des Wahlkampfes attackierte ihn eine Frau mit einem Messer. Er wurde lebensgefährlich verletzt, überlebte aber das Attentat. 1995 wurde er Vorsitzender der SPD und nach der gewonnenen Bundestagswahl 1998 Finanzminister in der sozialdemokratischen Bundesregierung von Kanzler Gerhard Schröder. Damit war er auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen.
Aber Lafontaine wäre nicht Lafontaine, wenn er nicht ein streitbarer Mann wäre. So wandte er sich bereits 1979 gegen den NATO-Beschluss zur Aufrüstung in Westeuropa. 1990 vertrat er einen Kurs der langsamen Vereinigung der beiden deutschen Staaten, der dazu führen sollte, dass das Gute aus beiden deutschen Staaten in ein vereinigtes Deutschland einfließen sollte. Und im Amt des Bundesfinanzministers wandte er sich gegen die Politik seines eigenen Kanzlers und trat bereits ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt von diesem Amt zurück. Gleichzeitig trat er auch als Vorsitzender der SPD zurück.
2005 trat er dann aus der SPD aus und gründete eine neue politische Gruppierung, die sich 2007 mit der ostdeutschen PDS zusammenschloss. Seitdem ist er einer der Vorsitzenden der Partei Die Linke.
Nun hat er bekannt gemacht, dass er an Krebs erkrankt ist. Wie seine politische Karriere jetzt weiter gehen soll, will er im Januar entscheiden.
