1949-1990 DDR


Neuer Film über die Wende

Das Jubiläumsjahr geht zu Ende. Doch der Mauerfall bleibt aktuell, zumindest auf der Kinoleinwand. Mit dem Film Friendhip! kommt Anfang 2010 wieder ein neuer Film zu Wende und Mauerfall in die Kinos.

In diesem Film spielen Friedrich Mücke und Matthias Schweighöfer die Jugendlichen Veit und Tom. Die Handlung des Filmes spielt im Jahre 1989. Veit will für das Begrüßungsgeld, das er bekommt, wenn er nach Westdeutschland fährt, eine große Reise machen. Er will nach San Francisco fahren, dem westlichsten Punkt der Erde. Das sagt er jedenfalls. Sein Freund Tom findet die Idee toll und will unbedingt mitkommen. Was Tom aber nicht weiß, ist, dass Veitnach Amerika fahren will, um seinen Vater zu suchen, der dorthin ausgewandert ist, als Veit noch ein kleines Kind war.

Sie machen sich dennoch auf den weiten Weg und erleben natürlich allerlei Abenteuer in der, im doppelten Sinne, Neuen Welt. Zum Kinostart kann man jetzt schon an einem Gewinnspiel teilnehmen, das von der Magdeburger Firma Röstfein Kaffee gesponsert wird, und unter anderem eine Reise in die Stadt der Cable Cars gewinnen.

Doppeltes Sandmännchen im Kalten Krieg

Berlin Das Sandmännchen ist eine Figur, die den Kindern am Abend Gute-Nacht-Geschichten erzählt. Die Figur des Sandmännchens ist seit Jahrhunderten bekannt. Literaten wie E.T.A. Hoffmann oder Hans Christian Andersen haben das Motiv eines solchen Sandmannes verwendet.

Aber 1959 kam der Sandmann auch ins Fernsehen und startete seine TV-Karriere. Damals hatte Ilse Obrig, eine Berliner Radiomacherin, die Idee, dass man einen Sandmann für das Fernsehen produzieren könnte und der Sender Freies Berlin (SFB), der in Westberlin arbeitete, nahm diese Idee auf. Davon erfuhren die Fernsehmacher aus Ostberlin und kamen dem Sender zuvor. Am 22. November 1959 kam beim Deutschen Fernsehfunk (DFF), dem noch sehr jungen Fernsehsender der DDR, ein Sandmännchen auf Sendung, das viele Generationen von DDR-Bürgern begleitete. Wenige Tage später begann auch der SFB mit der Ausstrahlung seines Sandmännchens. Ilse Obrig ist übrigens die Mutter beider Sandmänner, denn sie hatte im Osten gearbeitet, bevor sie 1958 in den Westen ging. In Ostberlin hatte sie einen Sandmann für das Radio produziert.

Seit der Wende 1989 ist das Sandmännchen eine der wenigen Sendungen des ostdeutschen DFF, die bis heute weiterhin ausgestarhlt werden.

Trabantausstellung im Deutschen Verkehrsmuseum

München Plastikbomber, Carton de la Pappe, Volkswagen der DDR – das alles sind Namen, mit denen man eines der bekanntesten Markenzeichen der DDR benannt hat, den Kleinwagen Trabant. Von 1557 bis 1991 wurden über 3 Millionen dieser Wagen in den Autowerken in der sächsischen Stadt Zwickau hergestellt. Dann kam das Aus. Aber bis heute rollen immer noch etwa 50 000 Trabanten auf den Straßen Deutschlands. Der bekannteste unter den Trabanten ist der Trabant 601, der seit 1964 gebaut wurde. Über 2 Millionen Wagen dieses Typs wurden hergestellt.

Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums München erinnert jetzt eine Ausstellung von Fotos des niederländischen Fotigrafen Martin Roemers an die letzten Tage der Trabant-Produktion in Zwickau. Er war damals vor Ort und hat die Ereignisse im Bild festgehalten.

Die Ausstellung auf der Münchner Theresienhöhe ist seit dem 6. November zu sehen. Sie schließt am 10. Januar 2010.

Der Fernsehfilm der Woche

Mainz Der Fernsehfilm der Woche stand in dieser Woche natürlich ganz im Zeichen des 20. Jahrestages des Mauerfalls. So zeigte das ZDF am Montag den Film Das Wunder von Berlin.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der junge Marko, brilliant gespielt von Kostja Ullmann. Der ist ein junger Rebell, mach mit einer Band zusammen Musik, die bei den DDR-Oberen nicht gut ankommt. Er und seine Freunde werden von der Polizei festgenommen.

Das Pikante dabei: Sein Vater ist einer der Offiziere. Sein Grossvater aber war noch Soldat der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

In diesem Spannungsfeld wird die Geschichte des 18-Jährigen erzählt. Die Handlung spielt sich in den letzten 18 Monaten vor dem Mauerfall ab und zeigt deutlich die Entwicklung in der DDR, aber auch die Konflikte, die mit dieser Entwicklung verbunden waren.

Ein Film, den man sehen muss, um zu verstehen, was wirklich geschah in den letzten Monaten der DDR.

Noch bis zum 16. November ist der Film online in der ZDF-Mediathek zu sehen.

Festen zum Fall der Berliner Mauer in vielen Städten der Welt

Berlin In vielen Städten der Welt feierten die Menschen den Fall der Berliner Mauer.

In Los Angeles und Warschau wurden symbolische Mauern eingerissen.Dazu fanden Konzerte statt. So sang in Los Angeles der deutsche Musical-Star Ute Lemper.

In Den Haag fand eine Trabantparade vor der deutschen Botschaft statt. Der Trabant war ein typisches Auto aus der DDR. Für viele war es das einizige Auto, was man haben konnte. Extra für diese Trabantparade waren Trabanten aus allen Teilen der Niederlande und aus dem Ausland nach Den Hag gekommen.

In London wurde eine Mauer aus Eis mitten in der Stadt aufgebaut, die natürlich nach und nach auftauen wird. Aber das Bauwerk aus Eis macht den Londonern deutlich, wie es ist, wenn eine unüberwindliche Mauer die Stadt zerschneidet.

Nicht zuletzt wurde der Mauerfall natürlich in Berlin gefeiert. Bei ständigem Nieselregen fand am Abend im Zentrum der deutschen Hauptstadt ein riesiges Volksfest statt.  Der Fernsehmoderator Thomas Gottschalk führte dort durch die Show zum Fest der Freiheit am Brandenburger Tor. Unter den Gästen der Veranstaltung waren viele Staatsoberhäupter. Zum Auftakt der Show begeisterte der Tenor Placido Domingo mit einem Medley Berliner Melodien unter dem Motto: Das ist die Berliner Luft! Der Song der Scorpions Wind Of Change stand Pate beim Einzug der Ehrengäste des Festes durch das Brandenburger Tor.

Das Goethe-Institut hatte eine Idee

Berlin Das weltweite Institut für deutsche Sprache und Kultur wollte den 20. Jahrestag des Mauerfalls auf eine ganz beondere Weise feiern. Dazu schuf das Goethe-Insititut über 1000 Dominosteine.

Diese Dominosteine schickte  das Goethe-Institut überall dahin, wo Grenzmauern und -zäune Menschen voneinander trennen. So kamen solche Steine nach Zypern und Korea, Staaten, die geteilt sind. Vier Steine  kamen in den Jemen, der geteilt war.  Steine gingen nach Israel und Palästina und nach Nordmexiko an die Grenze zu den USA, wo Menschen durch Grenzzäune- und mauern getrennt sind.

Dort wurden sie von Künstlern, jungen Leuten und Deutschstudenten gestaltet und wieder nach Berlin zurück gebracht. In Berlin stehen sie nun entlang der ehemaligen Berliner Mauer im Zentrum der Stadt.

Beim Fest der Freiheit am Montag sollen diese Dominosteine symbolisch für alle Mauern auf der Welt fallen. Besondere Gäste dabei werden die ehemaligen Präsidenten der USA und der Sowjetunion, George W. Bush Sr. und Michail Gorbatschow, sein.

Ein deutsches Datum

Berlin Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Damit wurde ein neues Kapitel der deutschen und europäischen Geschichte aufgeschlagen. Der 20. Jahrestag dieses Ereignisses wird derzeit in Deutschland intensiv gefeiert. Dazu sind viele internationale Gäste in Berlin, unter anderem die ehemaligen Präsidenten der USA und der Sowjetunion, George Bush Sr. und Michail Gorbatschow, die damals eine wichtige Rolle spielten.

Aber der 9. November ist nicht nur ein Freudentag für die Deutschen. Im 20. Jahrhundert war dieser Tag desöfteren ein Tag, an dem wichtige Ereignisse geschahen.

Am 9. November 1918 wurde in Berlin die Republik ausgerufen. Das war der Höhepunkt der Novemberrevolution in Deutschland. Seitdem ist Deutschland Republik.

Fünf Jahre später versuchte Hitler, sich in München an die Macht zu putschen Diesem Putschversuch waren turbolente politische Ereignisse in Deutschland vorausgegangen.

1938 war Hitler dann an der Macht in Deutschland. Eines seiner Ziele war  die Verfolgung der Juden. Die Kristallnacht am 9. November 1938 wurde der Auftakt des Massenmordes an Juden in Europa.

Nach dem Fall der Mauer 1989 wollte man diesen Tag zum deutschen Nationalfeiertag machen. Man entschied sich dann aber für den 3. Oktober, den Tag, an dem die deutsche Einheit ein Jahr später vollzogen wurde.

Gründung des zweiten deutschen Staates

Am 7. Oktober 1949 wurde im Osten Deutschlands die Deutsche Demokratische Republik gegründet. Damit wurde die Teilung Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg für die nächsten Jahre zementiert.

1989 sollte der 40. Jahrestag mit einer grossen Militärparade in Berlin und vielen Volksfesten im ganzen Lande gefeiert werden. In Berlin versammelten sich viele Gäste aus aller Welt, um der DDR zu ihrem 40. Geburtstag zu gratulieren. Unter den Gratulanten war auch der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow. In einer Rede in Berlin sagte er unter anderem: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! Dabei schaute er zu Erich Honecker, der damals Staatschef in der DDR war.

Während in der Karl-Marx-Allee in Ost-Berlin die Militärparade stattfand, demonstrierten nur wenige Kilometer davon entfernt viele Tausend Menschen gegen die Regierung von Honecker. Wenige Tage später musste Honecker zurück treten. Am 3. Oktober 1990 gab es die DDR nicht mehr.

Festakt am 3. Oktober in Saarbrücken

In der Saabrücker Kongresshalle fand am Sonnabend der offizielle Festakt zum deutschen Nationalfeiertag statt. Unter den etwa 1000 Gästen waren auch Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel, die dort auch eine Rede hielt. Musikalisch umrahmt wurde das Ganze durch das Saarländische Staatsorchester und das Ballett des Saarländischen Staatstheaters.

Der 3. Oktober ist seit 1990 deutscher Nationalfeiertag. An dem Tag wurde Deutschland wiedervereinigt, das nach dem 2. Weltkrieg geteilt gewesen war. Durch die Wende, die Revolution in der DDR im Herbst 1989, wurde eine Wiedervereinigung Deutschlands möglich. Dazu hatte man in Ostdeutschland die Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Thüringen. Diese fünf Länder traten dann der Bundesrepublik Deutschland bei. Seitdem hat die BRD 16 Bundesländer.

Der 2. Oktober 1990 war damit auch der letzte Tag der Bonner Republik, denn die Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands wurde Berlin. Deshalb nennt man das wiedervereinigte Deutschland auch die Berliner Republik.

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