Gesellschaft


Etwinning – ein ungewöhnliches Hilfsmittel

Brüssel Mit dem EU-Projekt Etwinning.net ist es einfacher, internationale Partner für gemeinsame Projekte zu finden. Das Projekt verbindet Schulen aus ganz Europa miteinander. Auf der Homepage des Projektes kann man sich selbst, seine Schule und seine Ideen präsentieren und dann auf Partnersuche gehen. Oft sitzt irgendwo anders in Europa jemand, der einen ähnlichen Gedanken schon früher hatte und sich freut, den jetzt mit einem Partner gemeinsam verwirklichen zu können.

Projekte können dabei sehr unterschiedlich sein. Manch einer will mit anderen Schülern Kontakt aufnehmen, um Briefe zu schreiben und sich gegenseitig zu besuchen. Andere wollen gemeinsam europäische Weihnachtstraditionen erforschen und eine Präsentation der Ergebnisse ins Internet stellen.

Lehrer von rund 50 000 Schulen haben sich auf den Seiten von etwinning.net registriert. Allein aus dem deutschen Sprachsaum sind etwa 4000 Schulen registriert. Gemeinsam wurden seit dem Start von etwinning.net rund 12 000 Projekte durchgeführt. Alljährlich findet eine Konferenz statt. Die nächste ist im Februar 2010 in Spanien.

Nur noch ein Bild aus einer längst vergangenen Zeit?

Berlin Das zu Ende gehende erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts ist das wärmste Jahrzehnt gewesen, dass weltweit gemessen worden ist. Eine Folge dieser Erwärmung sind Überschwemmungen, Stürme, das Abschmelzen der Gletscher und der Anstieg des Wasserspiegels. Schuld daran ist das Treibhausgas Kohlendioxid, CO2.

Um daran etwas zu ändern, diskutieren derzeit etwa 15 000 Vertreter aller Nationen in Kopenhagen auf der Weltklimakonferenz. Spätestens 2010 muss eine Entscheidung her. Und auch Al Gore meint, dass selbst die USA, einer der größten Klimasünder, im nächsten Jahr zu einem entsprechenden Gesetz finden werden.

Dabei ist es auch ohne viele Gesetze möglich, etwas für das Klima zu tun. So senkt man den CO2-Ausstoß seines eigenen Haushaltes um etwa 300 Kilogramm jährlich, wenn man die Zimmertemperatur um nur Grad senkt. Wenn man ein Kilogramm  Rindfleisch weniger pro Woche isst, senkt man das CO2 um weitere 700 Kilogramm pro Jahr. Lässt man dann noch das Auto so weit wie möglich stehen und fährt Bus oder Bahn, hat man wieder etwas dazu beigetragen. Und nur, wer unbedingt muss, sollte mit dem Flugzeug fliegen.

Luftangriffe werden zur Mine

Berlin Nun geriet auch Bundesverteidigungsminsiter Karl-Theodor von und zu Guttenberg unter Beschuss. Im Zusammenhang mit dem Skandal um die Luftangriffe im afghanischen Kundus Anfang September wird jetzt auch der neue Verteidigungsminister zum Rücktritt aufgefordert.

Am 4. September hatten deutsche Offiziere in Afghanistan einen Luftangriff auf Tankfahrzeuge befohlen. Sie gingen davon aus, dass diese Fahrzeuge eine Gefahr für die deutschen Soldaten in Kundus darstellten. Bei diesem Luftangriff waren über Hundert Menschen zu Tode gekommen. Unter ihnen waren viele Zivilisten, die allerdings zumindest Verbindungen zu den Talibankämpfern hatten, wie ein afghanischer Lokalpolitiker in einem Interview sagte.

Auf der deutschen Seite von Yahoo! kann man dazu an einer Abstimmung teilnehmen. Auf die Frage, ob Guttenberg sein Amt verlassen sollte oder nicht, antworteten etwa 23 Prozent mit Ja. Die Überwältigende Mehrheit von 77 Prozent meint, dass er nicht zurücktreten sollte. In dieser Abstimmung, die seit Montag im Internet erreichbar ist, gaben bislang über 13000 Internet-User ihre Stimme ab.

Deutschland auf Platz 7 der Klimarangliste

Kopenhagen Am Rande der Klimakonferenz wurden am Montag die Ergebnisse eines Klimarankings veröffentlicht. Dieses Ranking umfasst die 57 Länder der Erde, die für 90 Prozent der Klimagase verantwortlich sind. Bei der Ermittlung der Ergebnisse beobachten die Spezialisten der Organisation Germanwatch die Trends und Niveaus der CO2-Verschmutzung sowie die Entscheidungen der Politik. Dieses Ranking wird einmal jährlich durchgeführt und das Ergebnis der Klimakonferenz gegen Ende des Jahres vorgelegt.

Demnach liegt Deutschland heute auf Platz 7 dieses Rankings. Noch 2007 lag das Land auf dem 5. Platz. Am besten schneidet in diesem Jahr Brasilien ab. Es liegt auf dem 4. Platz, denn die ersten drei Plätze wurden gar nicht vergeben, da keines dieser Länder Maßnahmen eingeleitet hat, die dazu führen könnten, den weltweiten Temperaturamstieg um 2 Grad aufzuhalten. Auf Platz 5 der Rangliste liegt Schweden, gefolgt von Großbritannien. Die Schweiz liegt auf Platz 13, Österreich auf Platz 42 und Luxemburg auf Platz 56 hinter China und den USA.

In einem zweiten Ranking geben die Verfasser des Berichtes auch an, welche Länder den größten Anteil an der Verschmutzung der Atmosphäre mit Kohlendioxid haben. Zu jeweils einem Fünftel tragen China und die USA zur Erwärmung der Erde. Russland liegt mit etwa 5 Prozent in dieser Tabelle auf dem 3. Platz. Deutschland liegt mit 2,8 Prozent hier auf Platz 6.

Unter den 300 Millionenstädten gibt es nur vier im deutschsprachigen Raum

Berlin Nur vier der 304 Millionenstädte liegen im deutschsprachigen Raum. Die größte Stadt der Welt ist Angaben von Wikipedia zu Folge Mumbai in Indien. Dort leben rund 13,6 Millionen Einwohner. Europas größte Stadt liegt nur zur Hälfte in Europa: Die türkische Metropole Istanbul hat derzeit etwa 12,5 Millionen Einwohner. Moskau folgt mit 10,5 und London mit 7 Millionen Einwohnern.

Die größte Stadt des deutschsprachigen Raumes ist Berlin. Dort leben über 3 Millionen Einwohner. Die anderen drei Millionenstädte im deutschen Sprachraum sind Hamburg mit 1,7 Millionen, Wien mit 1,6 Millionen und München mit 1,3 Millionen Einwohnern.

Schaut man sich allerdings die Metropolregionen an, ergibt sich ein anderes Bild. Die weltweit größte Metropolregion liegt in Japan, wo in und um Tokio etwa 37 Millionen Menschen leben. In Europa leben die meisten Menschen in und um Moskau. Die größte Metropolregion des deutschsprachigen Raumes umfasst keine der vier Millionenstädte. Mit seinen 10 Millionen Einwohnern ist das Rhein-Ruhr-Gebiet am größten. Die Einwohnerzahl des Gebietes geht allerdings zurück.

Natascha Kampusch berichtet über ihre Gefangenschaft

Wien / Hamburg Gemeinsam mit den Filmemachern Peter Reichard und Alina Teodorescu arbeitet Natascha Kampusch derzeit an einem Dokumentarfilm über ihre achtjährige Gefangenschaft.

Die heute 21-Jährige wurde 1998 in Wien auf dem Weg zur Schule entführt und an einen unbekannten Ort gebracht. Dort lebte sie achteinhalb Jahre lang als Haussklavin des Entführers. Ermittlungen der Polizei, die nach dem Verschwinden des Mädchens eingeleitet wurden, hatten keine Ergebnisse gebracht. Im August 2006 gelang ihr die Flucht aus dem Kellerverlies in Strasshof bei Wien. Ihr Entführer, Wolfgang Priklopil, nahm sich noch am Tag ihrer Flucht das Leben. Bereits wenige Tage nach ihrer Flucht aus dem Verlies wandte sie sich in einem Brief an die Medien und die Öffentlichkeit. In diesem Brief beschrieb sie Priklopil als einen Menschen, der sie in all der Zeit auf Händen getragen und mit Füßen getreten hätte.

Jetzt berichtet sie über ihr Martyrium und ihren Weg zurück ins Leben. Dieser Weg ist sehr schwer für sie, da sie die Schule nicht beenden konnte und acht Jahre ihrer Kindheit und Jugend in jenem Kellerverlies zugebracht hatte. Der Film darüber wird im Januar im deutschen Fernsehen zu sehen sein.

2008 hatte Natascha Kampusch ein kurzes Intermezzo im Fernsehen. In der Sendung Natascha Kampusch trifft auf dem österreichischen Sender Puls 4 traf sie Formel-1-Fahrer Niki Lauda, Filmregisseur Stefan Ruzowitzky und Schauspielerin Veronica Ferres. Nach nur drei Sendungen wurde die Ausstrahlung jedoch eingestellt.

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Experten rechnen mit der zweiten Welle der Schweinegrippe

Berlin Seit dem Juni sind in Deutschland etwa 30000 Personen an Schweinegrippe erkrankt. Die meisten Krankheitsfälle traten im Juli und August auf, als die Erkrankung von Urlaubsreisenden aus anderen Ländern nach Deutschland eingeschleppt wurde.

Jetzt rechnen Experten mit einer zweiten Welle der Erkrankung. Seit September steigt die Zahl der Erkrankten langsam wieder an. Zentrum der Schweinegrippe ist derzeit Bayern. Im Süden Deutschlands mussten am Wochenende mehrere Fußballspiele wegen Erkrankung abgesagt werden. Auch Tennis-Star Tommy Haas hat zur Zeit Schweinegrippe.

Bislang wurden in Deutschland sechs Todesfälle registriert. Allein am vergangenen Wochenende verstarben drei Personen, ein chronisch kranker 5-jähriger Junge, ein schwerstbehinderter 16-Jähriger und eine Mutter von vier Kindern, die keine chronischen Erkrankungen hatte.

Der neue Gesundheitsminister, Philipp Rösler, meint jedoch, dass die normale Grippe derzeit viel gefährlicher ist als die Schweinegrippe. An der “einfachen” Grippe sterben jährlich ca. 8000 bis 10000 Menschen in Deutschland. Rösler, der selbst Arzt ist, wird sich gegen beide Grippen impfen lassen.

Der online-Radiosender Laut.fm macht mobil

Konstanz “Laut gegen Nazis” – das ist das Motto des Radiosenders Laut.fm. Er ist jetzt mit einem eigenen neuen Programm auf Sendung gegangen. Das Programm von Laut.fm ist seit dem 15. Oktober, 18 Uhr, über das Internet zu empfangen.

Entsprechend des ebenfalls online erscheinenden Magazins haOlam.de hat der Sender für sein Projekt prominente Unterstützung gefunden. Unter den Moderatoren des Senders sind bekannte Künstler. Genannt werden Namen von Sebastian Krumbiegel, Tobias Schlegel und Smudo.

Smudo ist bereits seit 1989 der Texter und Rapper der deutschen Hiphop-Gruppe Die Fantastischen Vier. Damals war er gerade 21 Jahre alt und hatte schondrei Jahre zuvor seine Musikerkarriere begonnen.

Sebastian Krumbiegel kommt von der Gruppe Die Prinzen. Er war Thomaner, also Schüler der berühmten Thomasschule in Leipzig und des dazu gehörigen Thomanerchores, mit dem bereits Johann Sebastian Bach im 17. Jahrhundert gearbeitet hat. Seit 1991 bildet er gemeinsam mit weiteren Ex-Thomanern die Band Die Prinzen, deren Besonderheit es ist, dass sie ausschließlich a capella singen.

Tobias Schlegl ist Kabarettist und moderiert das wöchentliche politische Satiremagazin extra3 beim Fernsehsender NDR.

Brutaler Überfall in Bayern

München Im September wurde der Münchner Dominik Brunner in München-Solln am hellichten Tage brutal zusammengeschlagen. Er starb noch am Ort der Tat. Er hatte versucht, Kinder zu schtützen, die von mehreren Jugendlichen in der S-Bahn beraubt werden sollten. Nachdem er gemeinsam mit den Kindern die S-Bahn verlassen hatte, wurde er agegriffen und erschlagen. Das ganze geschah unter Zeugen. Ungefähr 15 Menschen schauten zu ohne einzugreifen. Darunter waren auch die Kinder, die er versucht hatte zu verteidigen. Sie waren fassungslos, dass kein Erwachsener half.

Das Ereignis hat eine intensive Diskussion in der deutschen Öffentlichkeit hervorgerufen. Soll man Menschen in Not helfen oder nicht. Wann soll man helfen, wann soll man Hilfe holen? Wie soll man helfen? Das waren Fragen, die diskutiert wurden.

Dominik Brunner helfen diese Diskussionen nicht mehr. Aber sie bringen vielleicht das Land weiter. Für seinen Einsatz zum Schutze der Kinder und seine Zivilcourage, die er dabei zeigte, wurde Dominik Brunner posthum mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeoichnet.

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