Literatur


Was sich anhört wie eine Delegation eines Indianerstammes, sind Figuren des Zeichners und Autors Janosch. Und die sind ab sofort in Frankfurt zu sehen.

Frankfurt Das Museum für Kommunikation zeigt bis zum 31. Januar 2010 eine Ausstellung von über 100 Werken des Künstlers. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen natürlich seine Figuren Kleiner Tiger und Kleiner Bär und natürlich die berühmte Tigerente, die die beiden immer und überal begleitet, auch auf deren tiefsinnig-philosophischen Reise nach Panama. Neben ihren Auftritten in zahlreichen Büchern kann man die Abenteuer der drei auch in vielen Filmen verfolgen.

Der Schöpfer der wohl beliebtesten Figuren der letzten Jahre ist unter dem Namen Horst Eckert 1931 in Hindenburg in Oberschlesien zur Welt gekommen. Die Sadt heisst heute Zabrze und liegt in Polen. Seine Jugendjahre verbrachte er in Oberschlesien. 1946 verliessen sie ihre Heimat und zogen nach Westdeutschland. Von dort aus ging Janosch dann nach Paris. 1953 kam er nach München, wo er Kunst studierte. Mit 25 Jahren begann er zu schreiben. Er schrieb zunächst in Zeitungen. Später begann er, aus seinen vielen Zeichnungen, die er bisher gemacht hatte, Bücher zu machen. 1960 gab er unter dem Namen Janosch sein erstes Buch heraus. 1970 erschien sein erster Roman.

Seit 1980 lebt der Autor zurückgezogen auf Teneriffa. Er ist der Autor von insgesamt über 150 Büchern, die teilweise in Zeichentrickfilmen weiter verarbeitet wurden.

 

Friedrich von Schiller wurde vor 250 Jahren geboren

Marbach am Neckar Mit dem traditionellen Blumengruss gratulierten die Einwohner der kleinen Stadt Marbach dem grössten Sohn ihrer Stadt zum Geburtstag. Dazu warfen Hunderte Menschen Blumen auf das Schillerdenkmal im Zentrum der Stadt.

Denn Friedrich Schiller wurde hier am 10. November 1759 geboren. Der Schriftsteller wurde zu einem der wichtigsten deutschprachigen Autoren in der deutschen Literaturgeschichte. Bereits als Teenager begann er zu schreiben und veröffentlichte bereits mit 22 Jahren sein erstes Theaterstück Die Räuber. Dieses revolutionäre Stück brachte ihm nicht gerade die Sympathien seines Landesherren ein, denn Herzog Karl Eugen von Württemberg verwies ihn des Landes. Schiller ging zunächst nach Mannheim und später nach Jena, wo er mit 30 Jahren Professor an der Universität wurde.

Später wurde er schwer krank und ging nach Weimar. Dort traf er Goethe. Beide verband bald eine enge Freundschaft.

Sein Werk war schon damals bekannt, und er erhielt einige Auszeichnungen . So wurde er 1802 in den Adelsstand erhoben. Er und alle seine Nachfahren durften in Zukunft den Namen “von Schiller” tragen. 1805 jedoch verstarb er in Weimar an Tuberkulose. Er hinterliess ein riesiges literarisches Erbe, unter anderem die Ode an die Freude, ein Gedicht, das 1985 zur Hymne der EU erklärt wurde. Die Musik dazu schrieb der deutsche Komponist Ludwig van Beethoven, ein Zeitgenosse Schillers.

2005 drehte die ARD einen Film über den Dichter mit Matthias Schweighöfer in der Titelrolle.

Der Journalist Günter Wallraff hält den Deutschen den Spiegel vor

Hamburg Er hat das schon öfter gemacht. Seit Günter Wallraff in den 70er Jahren das erste Mal in die Haut eines anderen schlüpfte und einen Grubenarbeiter im Ruhrpott spielte, hat er immer wieder Aufsehen damit erregt, dass er under cover unters Volk gegangen war. Dabei hat er Dinge erlebt, die man lieber nicht erleben möchte, und dann darüber geschrieben.

Jetzt war er ein Jahr lang als schwarzer Somalier unterwegs. Immer wieder hat er sich von einer Maskenbildnerin verändern lassen und ist dann in die deutsche Wirklichkeit hinaus gegangen. Er war in einem Cottbusser Fußballstadion, auf der Suche nach einer Wohnung in Köln, in einer Kneipe im bayrischen Rosenheim und auf einem Amt in Berlin-Marzahn. Was er da erlebt hat, beschreibt er in der Zeitung DIE ZEIT.

Die Reaktionen der Leser auf Wallraffs Erlebnisse sind sehr unterschiedlich. Mancher bestätigt das, was er beschreibt mit eigenen Erlebnissen. Andere sagen: “Nein, so ist es nicht in Deutschland!” Dritte meinen, Wallraff solle das  mal in einem anderen Land versuchen. Mal sehen, wie es ihm da erginge.

Auf jeden Fall hat Wallraff wieder eine innenpolitische Diskussion entfacht.

Gräfin Diana Bernadotte macht Hüte und schreibt Bücher

Mainau am Bodensee Auf der Insel Mainau leben Verwandte des schwedischen Königs. 1932 war Lennart Bernadotte, der Bruder des damaligen Thronfolgers, nach Mainau gekommen. Er verstarb 2004 auf Schloss Mainau.

Seine jüngste Tochter Diana lebt noch heute im Schloss auf der Insel. Dort hat sie eine kleine Werkstatt, in der sie Hüte macht, die unter anderem von königlichen Häuptern getragen werden. Ihre Cousine, Königin Sylvia von Schweden, ist eine ihrer Kundinnen.

Gräfin Diana Bernadotte ist aber auch Schriftstellerin. Sie schreibt Kinderbücher. Im Sommer des Jahres wurde im Stadler-Verlag Konstanz ihr zweites Buch “Die List der Kräuterhexe” veröffentlicht.

Die Gräfin von Wisborg ist 1982 auf Mainau geboren worden. Sie nimmt durch ihre Verwandtschaft mit dem schwedischen Königshaus auch einen Platz in der schwedischen Thronfolge ein, allerdings nur Platz 161.

Die Familie Bernadotte ist eine adlige Familie. Man sagt im Deutschen, Adlige hätten blaues Blut. Diana Bernadotte ist also eine blaublütige Hutmacherin.

Morgen beginnt die Frankfurter Buchmesse

Frankfurt / Main Am 14. Oktober beginnt die diesjährige Frankfurter Buchmesse. Rund 300 000 Besucher werden zur Buchmesse erwartet, bei der cirka 7300 Aussteller aus 100 Ländern erwartet werden. Über die Messe werden außerdem etwa 10 000 Journalisten berichten. Ein großes Ereignis steht also der größten Stadt Hessens bevor.

Jedes Jahr hat die Frankfurter Buchmesse ein Land als Ehrengast. In diesem Jahr ist es China. Doch das ist nicht ganz so einfach. Schon bei der ersten Pressekonferenz zur Buchmesse im September kam es zum Eklat, als kritische chinesische Autoren auf der Pressekonferenz sprechen wollten. Das gefiel den offiziellen Vertretern Chinas gar nicht.

Aber außer China gibt es natürlich noch andere wichtige Themen, zum Beispiel die Verleihung des Deutschen Buchpreises. Der ging nämlich in diesem Jahr an  an Kathrin Schmidt für ihr Buch “Du stirbst nicht”. Ebenso wie die diesjährige Literaturnobelpreisträgerin Hertha Müller ist auch Schmidt eine bislang  weitgehend unbekannte Autorin.

Poesie im Griff der neuen Medien

10 Jahre ist sie alt, die Webseite für Poesie, lyrikline.org. Dieses Jubiläum soll nun mit einer großen Festwoche in Berlin gefeiert werden. Der Sinn der 1999 gegründeten Plattform ist es, Texte neuer Dichterinnen und Dichter zu publizieren. Dabei wird nicht nur der Text veröffentlicht, sondern man kann die Gedichte auch hören, vorgelesen von den Verfassern. Das berichtet das Online-Literaturmagazin Schnipsel.

570 Dichterinnen und Dichter lassen über 5500 Gedichte in 49 Sprachen erklingen. Partner von Lyrikline arbeiten in 40 Ländern daran, diese Texte zusammen zu tragen und dem Publikum zugänglich zu machen. Koordiniert wird das Ganze von der Kulturwerkstatt Berlin. Die Texte sind sowohl im Original als auch in vielen Übersetzungen zugänglich.

Vom 26. bis 31. Oktober soll dieses Jubiläum nun also in einer großangelegten Festwoche gefeiert werden. In 12 Veranstaltungen wird Berlin die internationale Poesie feiern.

Schnipsel berichtet gleichzeitig auch über Twitter-Lyrik. 283 Gedichte mit maximal 140 Zeichen, die beim ersten Twitter-Lyrik-Wettbewerb getwittert wurden, sind jetzt bei Books on Demand als Buch erschienen.

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Eine phantastische Erzählung

Was sich mit diesen fünf Worten zusammen fassen lässt, klingt sehr nach einem Kitschroman. Auch ist die Fabel der Geschichte Die neue Melusine denkbar einfach: Eine junge Dame trifft einen jungen Mann. Der ist es gewohnt, alle Frauen im Sturm zu erobern. Aber dieser Dame verfällt er. Als Beweis für seine Liebe verlangt sie, dass er ein Kästchen an sich nehmen und beschützen sollte, bis sie sich wieder bei ihm meldet. Er tut das dann auch. Doch dann erfährt er, was sich in dem Kästchen verbirgt…

Der Autor dieser Geschichte ist nicht etwa Hedwig Courts-Mahler, die Mutter der leichten deutschsprachigen Literatur. Nein, der Autor ist kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe, der bedeutendste deutschsprachige Klassiker. Er schrieb diese Geschichte am Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie ist ein Teil des Buches Wilhelm Meisters Wanderjahre, ist aber auch separat veröffentlicht wurden.

Der Schauspieler Philip Schepmann hat diesen Text nun auf Band gesprochen. Er ist auf der Homepage der Deutschen Welle zu hören.

Haznain Kazim beschreibt die Geschichte seiner Familie

Haznain Kazim ist heute 35 Jahre alt. Er wurde 1974 in Hollern-Twielenfleth im Alten Land bei Hamburg geboren. Seine Familie stammt aus Pakistan. In dem Buch Grünkohl und Curry beschreibt er nun die Geschichte seiner Familie.

Auf amüsante Weise beschreibt Kazim in seinem Buch diese Geschichte und beantwortet dabei Fragen wie diese: Wie kommt man als Moslem dazu, doch Schweinefleisch zu essen? Oder: Wieso erhält man als Pakistaner den Vornamen Niels? Beim Lesen des Buches lernt man die Familie des Autors kennen, aber auch Omi und Opi Koch, die Freunde der Familie, die sie damals nach der Ankunft in Deutschland aufgenommen haben.

Nebenbei erfährt man einiges über Land und Leute, lernt Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der deutschen und der pakistanischen Kultur kennen.

Einen kleinen Vorgeschmack auf dieses Buch kann man sich beim SPIEGEL-online holen, der dieser Tage eine Kostprobe aus dem Text veröffentlicht hat.

Siebenstein will eine Geschichte

Die beliebte Kindersendung Siebenstein kam jetzt auf eine tolle Idee. Auf der Homepage von ZDFtivi, dem Kinderprogramm des Zweiten Deutschen Fernsehens, lädt Siebenstein zu einem Literaturwettbewerb der besonderen Art ein.

Der Anfang für eine Geschichte ist dort zu sehen. Nun sind alle Zuschauer und Leser aufgefordert, eine eigene Geschichte daraus zu machen. Die Geschichte heisst Ein Paket für Siebenstein und beginnt damit, dass ein Paket bei Frau Siebenstein abgegeben wird. Gemeinsam mit ihrem Raben und dem sprechenden Koffer öffnet sie das Paket und traut ihren Augen nicht: In dem Paket sind knallrote Rubine.

Doch da passiert es! Und was da passiert, das sollen die Zuschauer und Leser sich ausdenken und die Geschichte von da ab fortsetzen. Diese Texte sollen sie an ZDFtivi schicken. Einsendeschluss ist der 15. Oktober, und der beste Text wird ab dem 6. November auf den Internetseiten von ZDFtivi veröffentlicht werden.

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